Bleiverglasung
(Corel Draw und Photo-Paint ab Version 9)
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Der Rahmen und die "Blei"-Konturen werden in Corel Draw gezeichnet, die Lilie stammt aus einem Symbolfont. Glas- und 3D-Effekte werden in Photo-Paint realisiert. Das Zusammenspiel der beiden Programme ist perfekt.
Wenn Sie nicht so gerne mit CorelDraw beginnen möchten, können Sie mit meiner "halbfertigen" Datei Bleiglas.cpt direkt in Photo-Paint loslegen. Sie starten den Workshop dann bei Schritt 9.
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| 1. Legen Sie in Corel Draw eine neue Datei an. Zeichnen Sie mit dem Hilfsmittel Rechteck und gedrückter Strg-Taste ein Quadrat von etwa 100 mm Seitenlänge auf. Die Abmessungen werden in der Statusleiste angezeigt, in der Eigenschaftsleiste können sie auch in Wertefelder eingetragen werden.
2. Mit dem Hilfsmittel Form ziehen Sie dann an einem der Eck-Haltepunkte, um die Ecken abzurunden. In meinem Beispiel habe ich den Wert 20 verwendet.
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| 3. Mit der Taste F12 öffnen Sie das Dialogfeld Umrissstift. Die Einstellungen im Screenshot sind ein guter Anhaltspunkt. Als Umrissfarbe stellen Sie ein 50%iges Grau ein. |
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| 4. Für das zentrale Motiv eignet sich beispielsweise ein dekorativer Buchstabe oder ein Motiv aus einem Dingbat-Font. Die französische Lilie in meinem Beispiel stammt aus dem Freeware-Font Daoth von David Rakowski und wurde für diesen Zweck in Kurven umgewandelt und etwas bearbeitet. Sie können sich das fertig vorbereitete Motiv im *.wmf-Format hier herunterladen. |
| 5. Importieren Sie die Lilie (Menü Datei) oder schreiben Sie den gewünschten Buchstaben. Ziehen Sie das Motiv an einem Eckhaltepunkt auf die richtige Größe und schieben sie es auf den Rahmen. Die Umriss-Einstellungen sind die gleichen wie vorher, die Füllung muss transparent sein.
Richten Sie das Motiv nun genau in der Mitte des Quadrats aus. Wählen Sie dafür beide Objekte aus und öffnen Sie im Menü >Anordnen >Ausrichten und Verteilen... das folgende Dialogfenster:
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| 6. Zeichnen Sie mit dem Hilfsmittel Freihand die Linien für die Bleiverglasung ein. Sie bekommen wieder die gleichen Umrisseigenschaften wie die bisherigen Linien. Kontrollieren Sie bei größerer Zoomstufe, ob alle Anschlussstellen geschlossen sind, da es sonst Schwierigkeiten beim Füllen geben könnte, weil die Farbe "ausläuft". |
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| 7. Markieren Sie zum Schluss alle Bestandteile, gruppieren Sie sie mit Strg+G und speichern Sie die Datei im Format *.cdr. Kopieren Sie die gruppierte Zeichnung mit Strg+C in die Zwischenablage und öffnen Sie Corel Photo-Paint. 8. In Photo-Paint kann das Bild direkt aus der Zwischenablage übernommen werden. Im Menü Datei wählen Sie den Befehl Neu - Aus Zwischenablage. Das Bild wird dann mit einer Auflösung von 72 dpi geöffnet, genau richtig für eine Bildschirmanwendung.
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| 9. Für die weitere Verarbeitung brauchen Sie allerdings eine etwas größere Arbeitsfläche. Stellen Sie im Menü Bild > Seitengröße neue Bildmaße ein, etwa 40 - 60 Pixel größer als bisher. Wenn nicht schon vorhanden, holen Sie auch das Andockfenster Objekte auf den Bildschirm. Sie finden es im Menü >Fenster >Andockfenster.
10. Erzeugen Sie für die Farbfüllung eine Kopie des Konturen-Objekts: machen Sie im Andockfenster Objekte einen Rechtsklick auf das Objekt und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Auswahl duplizieren.
Benennen Sie bei dieser Gelegenheit Ihre Objekte: Ein Doppelklick auf das Label öffnet ein Fenster, in dem Sie eine Bezeichnung eingeben können. Diese kleine Mühe macht sich durch größere Übersichtlichkeit schnell bezahlt.
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11. Aktivieren Sie das untere der beiden Objekte und blenden Sie das obere Objekt (Konturen) vorübergehend aus, indem Sie im Andockfenster auf das Auge klicken.
Klicken Sie das Hilfsmittel Zauberstabmaske an - es befindet sich im Fly-Out der Masken-Hilfsmittel - und stellen Sie in der Eigenschaftsleiste den Plus-Modus ein. Sonstige Einstellungen: Verlaufbreite auf Null, Anti-Alias - das ist das Treppensymbol in der Eigenschaftsleiste - wird eingeschaltet.
Klicken Sie der Reihe nach die Bereiche an, die mit der ersten Farbe gefüllt werden sollen. Klicken Sie auf Bearbeiten > Füllen, dort auf das Icon für einfache Füllung und dann auf die Schaltfläche Bearbeiten. Suchen Sie sich eine Farbe aus und bestätigen Sie jedes Dialogfenster mit OK.
Löschen Sie die Maske (Menü Maske).
Genauso verfahren Sie nun mit den übrigen Flächen der Zeichnung.
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12. Insgesamt brauchen wir für das Bild 3 Objekte: Die beiden bisher erstellten und eines, das nur die Farbfüllung ohne die grauen Konturlinien enthält. Kopieren Sie deshalb das Objekt "Farbfüllung", es wird ganz oben abgelegt.
Die Konturen werden Sie aber aus dem Objekt "Farbfüllung" entfernen, das ist dann schon an der richtigen Position. Aktivieren Sie also das unterste Objekt. Blenden Sie mit einem Klick auf die Augensymbole die beiden anderen Objekte aus, damit Sie sehen können, wo Sie arbeiten.
Wählen Sie das Hilfsmittel Zauberstabmaske und stellen Sie in der Eigenschaftsleiste den Wert für die Farbähnlichkeit auf 10. Klicken Sie auf die graue Konturfarbe. Sie sollte sofort im ganzen Bild ausgewählt sein. Mit Umschalt+Entf entfernen Sie die Kontur aus der Farbfüllung.
Machen Sie danach die beiden anderen Objekte wieder sichtbar.
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| 13. Wenn Licht durch ein buntes Glasfenster fällt, entsteht dahinter ein mehr oder weniger deutliches Abbild. Das werden Sie jetzt simulieren.
Reduzieren Sie die Deckkraft des neuen Objekts ganz oben im Andockfenster auf ca. 50% - der Regler dafür ist gleich oben drüber zu finden. Danach verschieben Sie das Objekt mit dem Auswahl-Pfeil ein wenig nach links und nach oben. Im Menü >Effekte >Unschärfe wählen Sie den Filter Gaußsche Unschärfe und wenden ihn auf das Objekt an.
Zusätzlich brauchen Sie jetzt einen Hintergrund, um die Wirkung besser beurteilen zu können: Menü >Bild >Hintergrund erstellen. Er wird von Photo-Paint automatisch ganz nach unten gelegt.
Obwohl dieser Lichtschein auf dem Glasbild liegt, macht er den Eindruck, als läge er darunter. Die Farbflächen, die eben noch komplett undurchsichtig aussahen, wirken jetzt wie buntes Glas.
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| 14. Allerdings sind die Konturen durch den obenauf liegenden Lichtschein verfärbt und kontrastarm geworden. Sie ahnen schon, wofür unser Konturen-Objekt gebraucht wird. Verschieben Sie es im Andockfenster einfach ganz nach oben.
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| 15. Eine Bleiverglasung ist auf Grund der Verarbeitungstechnik immer etwas erhaben. Das simulieren Sie, indem Sie den 3D-Effekt-Filter Der Boss anwenden. Aktivieren Sie das Konturen-Objekt und erstellen Sie mit der Tastenkombination Strg+M eine Maske in Objektform. Erst jetzt können Sie den Filter anwenden, er verlangt ein Objekt mit Auswahlmaske. Die Einstellungen auf dem Screenshot sind ein Anhaltspunkt, Sie sollten aber etwas experimentieren, bis Ihnen die Optik gefällt. |
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16. In früheren Zeiten gab es noch kein glattes Fensterglas, so wie wir das heute selbstverständlich finden. Die Hersteller hatten einfach noch nicht die technischen Möglichkeiten dazu. Deshalb werden Sie Ihre Glasflächen noch etwas "altern" lassen. Aktivieren Sie das Objekt Farbfüllung und wenden Sie den Effekt-Filter Effekte > Füllmuster > Elefantenhaut an.
Ich gebe zu, so sieht Glas aus früheren Jahrhunderten nicht aus, aber mir gefiel der Effekt einfach ganz gut. Sie können ja gern etwas anderes ausprobieren. |
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| 17. Wie wäre es mit einer Marmorwand als Hintergrund? Aktivieren Sie im Andockfenster den Hintergrund. Suchen Sie im Menü >Effekte >Füllmuster >Leinwand... nach der Struktur marble2c.pcx. An den Reglern gibt es in diesem Fall nicht viel zu verstellen. Weisen Sie das Muster mit OK zu. |
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| 18. Bei der Abschlusskontrolle entdeckte ich einen "logischen Fehler" in meinem Bild: Die Blei-Konturen weisen alle eine Lichtreflexion auf, bei der das Licht von oben links zu kommen scheint. Der Lichtschein an der Marmorwand hingegen vermittelt den Eindruck, das Licht käme von unten rechts.
So ein Fehler darf natürlich nicht bestehen bleiben. Was tun? Ganz einfach: Entweder Sie wenden den 3D-Filter > Der Boss nochmal an und verändern dabei auch die Richtung der Beleuchtung auf der gleichnamigen Registerkarte. Oder, noch einfacher: Sie verschieben das oberste Objekt ein wenig in die entgegengesetzte Richtung, nach rechts unten.
Und das ist dann das Ergebnis in Originalgröße:
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| © Ute Schultz Nov. 2001 |